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Fettabscheider einfach erklärt: Warum sie wichtig sind und wie sie funktionieren

Wo gekocht, gebraten und gespült wird, entstehen ganz automatisch Fette und Öle. Was in der Küche völlig normal ist, kann im Abwassersystem jedoch schnell zum Problem werden. Genau hier kommen Fettabscheider ins Spiel. Sie sorgen dafür, dass Fette nicht ungehindert in die Kanalisation gelangen und dort Schäden verursachen.

Für viele Betriebe und Gastronomien gehören Fettabscheider zum Alltag, trotzdem ist ihre Aufgabe oft wenig bekannt. Dabei lässt sich ihre Funktion leicht erklären.

Was ist ein Fettabscheider?

Ein Fettabscheider ist eine Anlage, die Fette und Öle aus dem Abwasser zurückhält, bevor dieses in die öffentliche Kanalisation eingeleitet wird. Ziel ist es, das Abwassersystem vor Ablagerungen, Verstopfungen und Störungen zu schützen. Anders als häufig angenommen, handelt es sich dabei nicht um einen Filter, sondern um ein System, das mit physikalischen Eigenschaften (Schwerkraft/Dichteunterschied) arbeitet.

Fette sind leichter als Wasser. Genau diesen Unterschied nutzt ein Fettabscheider, um Fettstoffe vom Abwasser zu trennen.

Wie funktioniert ein Fettabscheider?

Das Funktionsprinzip eines Fettabscheiders ist vergleichsweise einfach. Das fetthaltige Abwasser fließt zunächst in den Abscheider und beruhigt sich dort. Diese ruhige Strömung ist wichtig, damit sich die Bestandteile trennen können.

Schwere Stoffe wie Speisereste oder Sand sinken nach unten und bleiben im Abscheider zurück. Fette und Öle hingegen steigen nach oben und sammeln sich an der Oberfläche, weil sie leichter sind als Wasser. Das darunterliegende, weitgehend fettfreie Abwasser kann anschließend kontrolliert weitergeleitet werden. Auf diese Weise wird verhindert, dass Fett in die Rohrleitungen gelangt und dort Schaden anrichtet.

Der Fettabscheider Splitfix von ©Jung Pumpen inkl. Compli Hebeanlage

Warum sind Fette im Abwasser problematisch?

Gelangen Fette und Öle ungehindert ins Abwasser, kühlen sie in den Rohrleitungen ab und setzen sich an den Innenwänden fest. Mit der Zeit bilden sich Ablagerungen, die den Rohrdurchmesser immer weiter verengen. In Kombination mit Speiseresten oder anderen Feststoffen kann das zu hartnäckigen Verstopfungen führen.

Die Folgen machen sich oft erst später bemerkbar: Abflüsse laufen schlecht ab, unangenehme Gerüche entstehen oder es kommt im schlimmsten Fall zum Rückstau. Doch nicht nur einzelne Gebäude sind betroffen. Auch das öffentliche Kanalnetz und Kläranlagen werden belastet, was Wartung und Reinigung deutlich aufwendiger macht.

Wo werden Fettabscheider eingesetzt?

Fettabscheider kommen überall dort zum Einsatz, wo regelmäßig fetthaltiges Abwasser entsteht. Typisch sind gastronomische Betriebe wie Restaurants, Imbisse oder Hotels mit Küchenbetrieb. Auch Großküchen in Schulen, Krankenhäusern oder Unternehmen zählen dazu, ebenso Cateringbetriebe, Bäckereien oder lebensmittelverarbeitende Unternehmen.

Dabei spielt die Größe eines Betriebs nur eine untergeordnete Rolle. Entscheidend ist vielmehr, ob Fette und Öle dauerhaft ins Abwasser gelangen. Selbst kleinere Küchen können relevante Mengen erzeugen, die ohne Fettabscheider langfristig Probleme verursachen würden.

Übrigens: Liegt der Ablauf des Fettabscheiders unterhalb der Rückstauebene, ist eine nachgeschaltete Abwasserhebeanlage erforderlich. Ein direkter Freigefälleanschluss in den Kanal ist dann nicht zulässig.

Häufige Missverständnisse rund um Fett im Abwasser

Viele gehen davon aus, dass heißes Spülwasser Fett einfach wegspült. Tatsächlich bleibt Fett zunächst flüssig, setzt sich aber beim Abkühlen später wieder ab – oft an Stellen, die man nicht sieht. Auch handelsübliche Reinigungsmittel lösen das Problem nicht dauerhaft. Sie verteilen Fett höchstens kurzfristig, verhindern aber keine langfristigen Ablagerungen.

Warum Fettabscheider auch der Umwelt helfen

Neben dem Schutz von Rohrleitungen leisten Fettabscheider einen wichtigen Beitrag zum Umwelt- und Gewässerschutz. Wenn weniger Fett in die Kanalisation gelangt, werden Kläranlagen entlastet und Gewässer besser geschützt. Gerade in Städten mit vielen gastronomischen Betrieben spielt das eine zentrale Rolle für funktionierende Abwassersysteme.

Das Funktionsprinzip eines Fettabscheiders einfach dargestellt:

Zusammenfassung

Ein Fettabscheider ist eine Anlage, die Fette und Öle zuverlässig aus dem Abwasser herausfiltert, bevor dieses in die Kanalisation gelangt. Das ist notwendig, da sich Fett beim Abkühlen in Rohrleitungen ablagert, Verstopfungen verursacht und langfristig das Abwassersystem schädigen kann. Die Funktion basiert auf dem einfachen Prinzip des Dichteunterschieds: Fett schwimmt oben, während das gereinigte Wasser abgeführt wird. Eingesetzt werden Fettabscheider überall dort, wo regelmäßig fetthaltiges Abwasser entsteht – unabhängig von der Betriebsgröße, etwa in Gastronomie- oder Lebensmittelbetrieben. Befindet sich der Ablauf unterhalb der Rückstauebene, ist zusätzlich eine Hebeanlage erforderlich. Insgesamt leisten Fettabscheider nicht nur einen wichtigen Beitrag zum Schutz der Rohrleitungen, sondern entlasten auch Kläranlagen und tragen zum Schutz der Umwelt bei.

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